Es gab eine Zeit in meinem Leben, da war ich körperlich und seelisch am Boden. Ich konnte nicht mehr durchschlafen, hatte am ganzen Körper Schmerzen und vergaß ständig alles mögliche.

Mein Blutdruck entgleiste, ich verzettelte mich in endlosen Projekten, hatte mich nicht mehr um Ausgleich in Form von Spaß, Spiel und Gemüse gekümmert, und mich mehr und mehr auch von sozialen Kontakten zurückgezogen.

Natürlich spielte auch ein Schub der Autoimmunerkrankung, mit der ich lebe, eine Rolle. Selbständig sein mit Autoimmunerkrankung bringt immer auch zusätzliche Belastungen mit sich. Aber es war nicht nur das. Mein Leben hatte seit scheinbaren Ewigkeiten nur noch aus Arbeit bestanden, und ich hatte es schlicht und einfach versäumt, rechtzeitig aus dem Hamsterrad auszusteigen.

Die Quittung servierte mir mein Körper dann an einem Morgen. Ich wachte auf, und ich konnte nicht mehr aufstehen. Es ging einfach nicht. Allein die Aussicht, diesen Tag zu beginnen und mich wieder und wieder in immer nur noch länger werdenden To-Do-Listen zu vergraben, ließ mich in Tränen ausbrechen.

Ich war erschöpft, und ich wollte einfach gar nichts mehr. Niemanden sehen, niemanden hören, keine Arbeit erledigen. Nichts von all dem, was mich viele Jahre mit Glück und Freude erfüllt hatte. Ich erkannte mich selbst nicht mehr wieder, denn normalerweise sprühe ich vor Tatendrang und Energie. Aber ich hatte einfach zu lange all das getan, was du als Freelancer auf keinen Fall tun solltest. Und an diesem Morgen aber konnte ich einfach nicht mehr.

Dieser Moment war ein Wendepunkt, denn es war klar, dass es so auf gar keinen Fall weitergehen konnte. In der Folge beschäftigte ich mich intensiv mit meinen Beweggründen. Wer sein WARUM kennt, findet auch stets ein WIE. Und damit auch ein WIE ANDERS.

Die radikale Kehrtwende war das beste, was ich für mich selbst tun konnte, und ich bereue es keine Sekunde. Aber ich habe mich von einigen schädlichen Mustern und Verhaltensweisen verabschieden müssen. Nichts davon war wirklich nützlich, insofern ist es kein Verlust. Aber zu oft vergessen wir das im Eifer des Gefechts…

Hier meine Empfehlung für Dinge, die du ab sofort aus deinem Leben werfen solltest, weil sie entweder belasten, blockieren oder aber schlicht und einfach unnötig sind.

 

11 Dinge, die du ab sofort nicht mehr tun solltest

 

1 – Bestätigung durch Arbeit erreichen wollen. Der sicherste und schnellste Weg, um garantiert auszubrennen. Vor allem, wenn Arbeit die einzige Form der Bestätigung ist, die du dir zugestehst. Arbeit macht dich nicht wertvoller, wenn du dich selbst nicht für wertvoll erachtest. Manchmal dauert es, bis diese Erkenntnis vom Kopf bis ins Herz vorgedrungen ist. Finde das, was du an dir liebst und kompensiere mangelnde Selbstliebe nicht mehr durch Leistung.

2 – Deine Bedürfnisse immer hintenanstellen. Kennst du das? Andere sind immer wichtiger als du? Was andere wollen hat immer Vorrang? Das macht auf Dauer knatschig und außerdem keine Freude. Du verdienst es, mit deinen Wünschen und Bedürfnissen gesehen zu werden. Auch und vor allem von dir selbst! Nimm dich wichtig, richte dich nicht permanent nach den Wünschen anderer Personen und mache vor allem nichts, was sich für dich falsch anfühlt. Es ist den viel zu hohen Preis nicht wert.

3 – Dein Licht unter den Scheffel stellen. Viele neigen dazu, ihre Fähigkeiten zu verstecken, weil sie Angst vor Neid und Ablehnung haben. Und ja, das kann passieren. Es wird immer irgendeine Arschgeige geben, die mit dir, deiner Art zu leben und deinen Fähigkeiten (oft schon aus Prinzip!) nichts anfangen kann. Wenn es sich dann auch noch um einen kleinen Geist ohne Fähigkeit zur Selbstreflexion handelt, wird dir Hass und Eifersucht entgegenschlagen. Das ist aber viel mehr ein Problem desjenigen, der dich anfeindet, als dein eigenes Problem. Und außerdem: wenn du dein Licht unter den Scheffel stellst, finden dich all die Menschen, für die du ein Leuchtturm sein könntest, ebenfalls nicht. Und das wäre jammerschade.

4 – In Perfektionismus untergehen. Uh, ein ganz schweres Thema. Ich bin selbst Perfektionistin, und ich muss mir nach wie vor immer wieder auf die eigenen Finger klopfen, damit dieses Laster nicht zu stark zum Tragen kommt. Perfektionismus lähmt. Er hindert dich daran, dein volles Potential auszuschöpfen. Es ist okay, wenn du nicht perfekt bist, und es ist okay, wenn deine Arbeit nicht perfekt ist. Das ist menschlich. Punkt. Warum du deine Träume trotz Perfektionismus umsetzen solltest, kannst du hier im Blog nachlesen.

5 – Deinen Körper und deine Seele schändlich behandeln. Neigst du dazu, Warnzeichen deines Körpers zu ignorieren? Kurierst du den Spannungskopfschmerz, der dich seit Monaten verfolgt, permanent mit Schmerztabletten? Einfach nur, damit es weitergeht wie bisher? Und ignorierst du die seelischen Schmerzen, von denen niemand im Leben verschont bleibt, weil du eine Auseinandersetzung mit deinen Abgründen fürchtest? Langfristig gesehen holt dich beides ein. Und sowohl dein Körper als auch deine Seele sind stärker als dein Wille. Und, ähm … Nein. Gegenbeispiele sind bisher nicht bekannt.

6 – Grübeln. Grübeln ist das Nachdenken über Dinge, die entweder in der Vergangenheit schiefgelaufen sind, oder aber in der Zukunft schiefgehen könnten. Auf beide Situationen hast du keinen Zugriff – Grübeln bringt dich also keinen Deut weiter. Ein wirksames Mittel gegen Grübeln ist Handeln. Aktion ist die Dame im Schachspiel des Lebens. Sie kann in alle Richtungen ziehen. Setze dir das Krönchen auf und werde tätig.



 

7 – Menschen treffen, die dir deine Energie rauben. Du kennst sicher auch die eine oder andere Person, die du eigentlich gar nicht mehr treffen möchtest, weil du dich hinterher wie ausgesaugt fühlst. Energieräuber sind extrem anstrengend und blockieren nachhaltig das eigene Vorankommen. Den meisten von ihnen ist es nicht bewusst, und sie treibt üblicherweise auch keine böse Absicht an. Aber du musst dafür sorgen, dass deine Energie bei dir bleibt. Du brauchst sie. Für all die wunderbaren Dinge, die dieses Leben für dich bereit hält. Lass dir deine Kraft nicht von anderen Menschen rauben.

8 – Zu lange Warten. Alle erfolgreiche Menschen haben eine wichtige Eigenschaft: sie treffen schnell Entscheidungen. Natürlich ist die Gefahr, Fehler zu machen, dadurch höher. Aber das macht nichts. Wer keine Fehler macht, kommt nicht voran. Und wer immer auf den richtigen Zeitpunkt wartet, bewegt sich nicht vom Fleck. Übe, dich schnell zu entscheiden. Stell dich den Ängsten und pack die Dinge an. Ganz ehrlich – was soll schon passieren? Mehr dazu findest du auch in meinem Artikel Fluch und Segen des Wartens – Was du tun kannst, wenn du nichts tun kannst.

9 – Permanent über deine Kräfte hinausgehen. Jeder von uns hat Grenzen. Bei dem einen sind sie enger, bei der anderen weiter gesteckt. Wenn du dazu neigst, dauerhaft deine natürlichen Grenzen zu überschreiten, laugst du dich aus. Du wirst mit der Zeit nicht mehr die Leistung bringen, die von dir erwartet wird, und das wird dich noch stärker unter Druck setzen. Du wirst versuchen, dich noch mehr anzustrengen – und die Abwärtsspirale beginnt. Tu dir den Gefallen und achte deine persönlichen Grenzen. Es ist kein Zeichen von Schwäche, auf sich aufzupassen. Im Gegenteil.

10 – Dich in Multitasking verstricken. Multitasking ist eine schlechte Idee, denn du wirst permanent aus einer Aufgabe herausgerissen und musst den Fokus verändern. Das ist nicht nur anstrengend, sondern auch mächtig ineffizient. Widme dich deinen Aufgaben stattdessen nacheinander, aber dafür jeder einzelnen mit absoluter Aufmerksamkeit. Du wirst sehen, dass dir so alles deutlich schneller und vor allem mit viel mehr Flow von der Hand geht.

11 – Permanent erreichbar sein. Gehörst du auch zu den Menschen, die schwer abschalten können? Nicht nur die Gedanken, sondern auch alle Kommunikationskanäle? Permanente Erreichbarkeit ist eine Seuche geworden, und sie kann dafür sorgen, dass du deine persönlichen Batterien nicht mehr in Ruhe aufladen kannst. Es ist wichtig, dass du dir Auszeiten von der Erreichbarkeit nimmst. Schließe das Laptop nach der Arbeit nicht nur, sondern fahre es komplett herunter. Und schalte das Smartphone nachts aus. Ja, ganz aus! Das geht. Du musst es nur wollen.

 

 

Warst du auch schon einmal an einem solchen Wendepunkt? Was hast du in deinem Leben verändert? Was hast du hinter dir gelassen?

Schreibe mir gerne einen Kommentar dazu!

 

 

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