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Aktien kaufen ist nicht jedermanns Sache. In Deutschland setzen, im Vergleich zu anderen Ländern, immer noch erstaunlich wenige Menschen auf Wertpapiere. Stattdessen wird das Ersparte lieber auf dem Sparbuch, dem Tagesgeldkonto oder als Festgeld geparkt.

„Da ist das Geld sicher!“ und „Börse ist doch nur was für Zocker!“ wird dann gerne gesagt. Aber stimmt das?

 

Börse ist nur was für Zocker!

 

Es gibt jede Menge interessante Glaubenssätze zum Thema Börse. Dass Börsenaktivitäten nur etwas für Menschen mit Zockermentalität sind, ist einer davon. Andere Glaubenssätze, die mir in Gesprächen und in meinen Coachings bereits begegnet sind:

 

  • Um Aktien zu kaufen, muss man Nerven aus Stahl haben
  • Aktien sind nur was für feine Leute
  • An der Börse wird nur ausgenutzt
  • Anleger sind raffgierig
  • An der Börse geht man für Gewinne über Leichen

 

Wow. Jede Menge innerlicher Zündstoff also… Aktien kaufen wird für einen Menschen, der unbewusst solche negativen Muster laufen hat, aus nachvollziehbaren Gründen definitiv keine Option sein. Aber daraus ergibt sich ein Problem – und das hat vorwiegend mit Sicherheit zu tun.

Klar liegt das Ersparte auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto vermeintlich „sicher“. Schließlich unterliegt es keinen Schwankungen, wie z.B. eine Anlage an der Börse. Aber in Zeiten von Niedrigzinsen knabbert die Inflation am Geld auf dem Sparbuch, und diese unangenehme Tatsache wird von vielen verdrängt.

Dabei ist Vermögensaufbau gerade für Selbständige ein Thema, das nicht stark genug betont werden kann, denn schließlich tragen diese ihre Vorsorge fürs Alter überwiegend selbst.

Wer sein Geld für sich arbeiten lassen möchte, kommt daher um die Beschäftigung mit Aktien und Fonds nicht herum. Sollte einer der oben genannten Glaubenssätze (oder ein vergleichbar negativer Eindruck zum Thema Aktien kaufen) dich abhalten, wäre es keine schlechte Idee, sich damit auseinanderzusetzen. Denn die Börse ist auf lange Sicht vor allem eines: ein Erfolgsmodell.

 

Aktien kaufen und die Angst vor den Schwankungen

 

Neben negativen Glaubenssätzen über die vermeintliche Raffgier von Firmen und Investoren hält die meisten Menschen eines davon ab, ihr Geld an der Börse zu investieren: die Angst, alles zu verlieren.

Angst entsteht überwiegend aus Unwissenheit und ist immer ein schlechter Ratgeber – aber da kann Abhilfe geschaffen werden.

Nein, es geht nicht darum, das Ersparte naiv und sorglos irgendjemandem in den Rachen zu werfen. Und es geht auch nicht um Habgier und den Gang über Leichen. Sondern darum, die Verantwortung für die eigenen Finanzen zu übernehmen und das System Börse besser verstehen zu lernen.

Bei Investitionen an der Börse sind zwei Dinge unverzichtbar: ein langer Atem und ein kühler Kopf. Schwankungen gehören dazu und Kurskorrekturen sind unvermeidlich. Das wirkt sich allerdings nur negativ aus, wenn du zu den Anlegern gehörst, die dann in Panik ihre Aktien bzw Fondsanteile verkaufen.

Um den Börsen- und Finanzexperten André Kostolany zu zitieren:

An der Börse sind 2 mal 2 niemals 4, sondern 5 minus 1.
Man muß nur die Nerven haben, das minus 1 auszuhalten.

Wer Talfahrten aussitzt und sogar dafür nutzt, günstig Anteile nachzukaufen, profitiert langfristig. Aber, und das ist wichtig: die Betonung liegt auf LANGFRISTIG. Wir reden hier über Zeiträume von mindestens 20 Jahren.

Börsengeschäfte eignen sich nicht, um schnell reich zu werden. Es sei denn, du hast eine Pokermentalität und nichts dagegen, im blödesten Fall eben alles an die Wand zu fahren. Da dies bei Leuten mit gesundem Menschenverstand üblicherweise nicht der Fall ist, brauchst du Infos – und eine klare Strategie.

 

Eine klare Strategie schützt vor Impulshandlungen

 

Eine klare Strategie bedeutet, dass du zunächst einmal für dich festlegst, in welche Produkte du investierst, und warum du das machst. Was soll in dein Portfolio? Was ist dir wichtig? Ein klares WARUM hilft dir, mit einem kühlen Kopf bei deinem Anlagekonzept zu bleiben – auch, wenn die Achterbahnfahrt mal rasanter wird. Du weißt ja dann schließlich, weshalb du dich wohlüberlegt für die Fahrt entschieden hast.

Dann überlegst du dir, wie viel Geld du in welches Produkt investieren möchtest. Und, einer der wichtigsten Punkte überhaupt: sorge für eine breite Streuung!

 

In welche Produkte möchtest du investieren? Wie viel Geld möchtest du prozentual in welches Produkt investieren? Wie sorgst du für eine breite Streuung?

 

Wer in Einzelaktien investiert, geht ein höheres Risiko ein, als jemand, der in Fonds investiert. Nervenfreundlich reduzieren lässt sich die Gefahr, Verluste zu machen, indem du deine Investments möglichst breit streust. (Ein Beispiel für eine sehr breite Streuung wäre die Anlage in einen MSCI-World. Darin spiegelt sich die Entwicklung des Aktienindex von Firmen aus 23 Industrieländern weltweit wider.)

Das Investieren in Indexfonds (ETFs = Exchange Traded Fund) wird für immer mehr Privatanleger interessant, da die Gebühren für Indexfonds vergleichsweise niedrig sind. Zudem lassen sich viele ETFs auch in Form von Wertpapiersparplänen regelmäßig bereits mit kleinen Beiträgen besparen, so dass du problemlos jederzeit damit beginnen kannst, Vermögen aufzubauen. Wer Transaktionskosten reduzieren möchte, kann z.B. einen ETF-Sparplan anlegen und vierteljährlich statt monatlich einen bestimmten Betrag investieren.

Ein Wertpapiersparplan hat übrigens noch einen weiteren Vorteil: du investierst regelmäßig eine bestimmte Summe, für die Anteile (z.B. eines Fonds) gekauft werden. Schwankungen können dir dabei sogar positiv in die Hände spielen, denn wenn die Anteile zwischendurch günstiger zu haben sind, erwirbst du mit deiner konstant eingesetzten Summe zu Zeiten niedriger Kurse mehr davon. Das nennt sich Cost Average Effect.

Die Achterbahnfahrt kann also durchaus zum Genuss werden – für jeden, der Warten kann, das Auf- und Ab als natürlichen Zyklus begreift und die Nerven behält.

(Ich selbst hasse übrigens Achterbahnfahrten! Mir wird in jeder Art von Karussel üblicherweise innerhalb von Sekunden schlecht, und die Idee, mich in einem Fahrgeschäft in die Tiefe zu stürzen, kommt in meiner Vorstellung von Amüsement direkt hinter guillotiniert werden. Mit den Kursbewegungen der Börse habe ich mich allerdings erstaunlich schnell angefreundet.)

Ja, die Börse gleicht hin und wieder einer Achterbahnfahrt. Das heimische Sparbuch hingegen ist wie ein Schaukelstuhl. Bequem, sicher – aber es bewegt sich eben auch nichts.

 

Du willst loslegen?

 

Wenn du jetzt auf den Geschmack gekommen bist : es ist sehr einfach, einen Wertpapiersparplan anzulegen und sich so konstant um das Sparen zu kümmern. Du eröffnest dazu ein Konto nebst Depot, z.B. bei einer Direktbank wie der DKB*, der Ing-Diba oder der Comdirect*

Konto- und Depotführung ist in diesen Fällen kostenlos und die Gebühren für die Sparpläne bzw Einmalanlagen sind transparent aufgeführt. So hast du jederzeit den genauen Überblick über das, was mit deinem Geld geschieht. Üblicherweise lassen sich Sparpläne auch leicht verändern und bei Bedarf (wenn es gar nicht anders geht!) wieder auflösen.

Welche Aktien bzw ETFs konkret für dein Portfolio in Frage kommen, kann dir natürlich niemand pauschal sagen, da die Entscheidung für oder gegen eine Anlage subjektiv von deinen Bedürfnissen und Wünschen abhängt – und von deiner Risikofreudigkeit. Kurz gesagt: Es gibt kein Schema-F, und du wirst dich mit der Thematik beschäftigen müssen.

 

Die Beschäftigung mit deinen Finanzen: ein Zeichen der Selbstwertschätzung

 

Ich gebe zu, es klingt anfangs wenig attraktiv, sich durch Börsentheorien zu wühlen und das geeignete Portfolio zusammenzustellen. All das kann allerdings sehr viel Spaß machen! Schließlich geht es um dein Geld – und die Beschäftigung mit der bestmöglichen Strategie für deine Finanzen ist nichts anderes als ein Zeichen deiner Selbstwertschätzung.

Klar gezeigt hat sich, dass Anleger an der Börse erfolgreicher Vermögen aufbauen, als Menschen mit einem Sparbuch es tun – die Langfristigkeit der Anlage und das Bewahren eines kühlen Kopfes vorausgesetzt.

Warren Buffett, der erfolgreichste Investor aller Zeiten, ist das beste Beispiel dafür, dass die Strategie des Buy and hold lohnenswert ist. Und dass es immer darum geht, ein solides Portolio aufzubauen, weit nach vorne zu denken und sich nicht durch kurzzeitige Schwankungen aus dem Konzept bringen zu lassen.

(Nicht, dass wir uns mit Warren Buffett vergleichen sollten – oder gar versuchen, ihn nachzuahmen. Dazu fehlt den meisten von uns sowohl das Wissen als auch die Mittel. Aber den Grundsatz, möglichst wenig im Portfolio zu springen und sich nicht anhand von spekulativen Vorhersagen zu Impulshandlungen verleiten zu lassen, kann jeder für sich nutzen.)

Wichtig ist: Du solltest kein Geld an der Börse investieren, das du nicht langfristig entbehren kannst. Nichts ist ärgerlicher, als z.B. einen Fondssparplan zu einem ungünstigen Zeitpunkt am Markt auflösen zu müssen, weil du auf dein Erspartes zugreifen musst. Dann ist das Tagesgeldkonto trotz allem die bessere Wahl.

Für alle, die aber langfristig Wohlstand aufbauen wollen, sind Aktien bzw Fonds eine gute Möglichkeit. Und blockierende Glaubenssätze sollten dich nicht daran hindern, diese Möglichkeit zum Vermögensaufbau auch besonnen und klug für dich zu nutzen.

Aktien kaufen ist – unter Berücksichtigung des immer bestehenden Risikos – eine gute Sache. Am wichtigsten daran ist aber: du musst dich gut mit der Entscheidung fühlen, deine Finanzen selbst in die Hand zu nehmen!

Wenn du nach umfassender Recherche und Lektüre noch immer das Gefühl hast, dass du lieber nicht investieren solltest, dann ist auch das natürlich vollkommen okay. Nicht jeder muss an der Börse unterwegs sein. Aber kategorisch ausschließen, ohne dich damit befasst zu haben, solltest du diese Form des Vermögensaufbaus eben auch nicht.

Mehr zum Thema Vermögensaufbau findest du auch in meinen Artikeln Das perfekte Kontenmodell und 5 einfache Tipps, wie du Geld sparen und Wohlstand aufbauen kannst. Oder du stöberst einfach ein wenig in den Beitragsempfehlungen unter diesem Artikel.

 

Du willst mehr über Aktien wissen?

 

Dann: lesen und lernen. Zum Schluss noch zwei Buchtipps für alle, die sich mit dem Thema Money Mindset sowie Vermögensaufbau durch Aktien kaufen (bzw. in Fonds investieren) beschäftigen möchten. Wissen ist schließlich nicht nur in Finanzfragen Macht 🙂

 

Gerd Kommer hat mit Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs* ein Buch geschrieben, das meiner Meinung nach in keinem Bücherregal fehlen sollte. Bitte lesen, wenn du dich für den langfristigen Vermögensaufbau mit Hilfe von ETFs interessierst. Die Hinweise in diesem Buch bewahren vor so manch‘ populärem, dummem Fehler.

 

 

 

Robert T Kiyosakis Rich Dad, Poor Dad* ist nicht ohne Grund eines der meistgelesenen Bücher zum Thema Money Mindset. Hier geht es nicht nur um das richtige Denken über Geld, sondern auch darum, was nötig ist, um langfristig ein tragfähiges Vermögen aufzubauen.

Ein Buch, das augenöffnend wirkt und in das man wirklich immer mal wieder reinlesen kann – nicht nur, wenn man Aktien kaufen möchte, sondern auch in Bezug auf viele andere Formen des Vermögensaufbaus.

 

Wenn du mein Blog schon länger liest, weißt du: auf Flowpreneur geht es nicht um konkrete Anlagestrategien, sondern um das grundlegende Mindset, um (finanziell) erfolgreich zu sein. Ich bin keine Finanzberaterin, unterstütze dich aber gerne dabei, Blockaden und hemmende Glaubenssätze aufzuspüren und dein Denken über Geld und Erfolg hilfreich zu verändern.

Eine großartige Zusammenstellung aller Basics zum Thema Börse und Investitionen in Aktien, Fonds und Co. findest du übrigens bei Holger Grethe von Zendepot – ein Blog, das ich dir generell von ganzem Herzen empfehlen kann!

 

Investierst du selbst bereits in Aktien bzw Fonds? Und welche Glaubenssätze entdeckst du bei dir zum Thema Börse? Schreib mir einen Kommentar dazu!

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Sandra

Sandra

Sandra ist der kreative Kopf hinter Flowpreneur und schreibt über Business, Money-Mindset, Leben und Reisen.
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