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Wir warten so verdammt häufig

 

Wir warten in Schlangen. Auf Nachrichten. Auf Laborergebnisse, den ersehnten Anruf, auf zu spät zum Treffen kommende Freunde oder auf die nächste Reise. Warten gehört zum Leben dazu – und nervt trotzdem meistens einfach nur kollossal.

Dann aber gibt es auch die Situationen, in denen wir warten, obwohl wir in Aktion treten könnten. Vielen Menschen, die mit ihrem Leben unzufrieden sind, geht das so: Sie wissen, dass sie etwas ändern möchten. Sie wissen, in welche Richtung es gehen soll. Aber anstatt aktiv zu werden, erstarren sie und warten ab.

Sie warten auf den richtigen Moment. Die perfekten Rahmenbedingungen. Die nötige Unterstützung, die sichere Ausgangslage. Und dabei verdrängen sie gerne, dass es das nicht gibt: es wird niemals der richtige Zeitpunkt da sein. Und niemals jemand, der uns die Erlaubnis erteilt, jetzt „unser Ding“ machen zu dürfen. Wir selbst sind es, die uns diese Erlaubnis geben müssen. Nur wir selbst.

 

Worauf wartest du?

 

Auf den entscheidenden Wendepunkt in deinem Leben? Auf den Tag, an dem du dich „bereit“ für alle Veränderungen fühlst? Auf Sicherheiten, auf Geld? Auf den richtigen Menschen an deiner Seite, mit dem alles leicht wird? Auf das Leben, das du führen darfst, wenn du erstmal so bist, wie du denkst dass jemand sein sollte, der ein solches Leben auch verdient?

Die schlechte Nachricht lautet: All das wird nicht eintreten. Es wird diese offensichtlichen Wendepunkte nicht geben. Zumindest nicht von außen. Die gute Nachricht aber lautet: Alle Wendepunkte, alle Veränderungen und alles, was du dir wünschst, ist bereits vorhanden – in dir selbst.

Du musst jetzt starten. Weitermachen. Jeden Tag wieder und jeden Tag ein bisschen mehr. Träume in die Tat umsetzen – in deinem Tempo. Geh kleine Schritte, wenn der Mut für weites Ausholen (noch) nicht reicht, oder wenn die Zeichen gerade nicht so gut stehen – aber verharre nicht ängstlich am Ende einer Warteschlange, in der sich nichts bewegt und die zu nichts führt.

Mich hat es zum Beispiel wahnsinnig gemacht, auf Antworten von Verlagen so lange zu warten. Oder auf Agenturreaktionen. Und dann darauf, dass angenommene Bücher erst nach vielen Monaten Vorlauf erscheinen. Deshalb wurde ich – nach Jahren der Zusammenarbeit mit Verlagen – schließlich Selfpublisher.

Es war die beste Entscheidung überhaupt, denn seitdem entscheide ich selbst über alles, was meine Veröffentlichungen* angeht. Ich habe die volle Kontrolle über den gesamten Prozess – vom Schreiben über das Design bis hin zum Marketing. Nein, ich bin wirklich nicht gut im Warten. Ich bin gut im Tun. Und wenn ich etwas aus Überzeugung und mit Leidenschaft tue, dann kann ich in kürzester Zeit Berge versetzen.

 

Die Voraussetzung fürs Bergeversetzen ist, dass du das findest, was dich zum „Brennen“ bringt.

 

Wofür begeisterst du dich? Was lässt ein Leuchten in deine Augen treten und Euphorie in dein Herz? Genau das ist es, was ich die „Geniezone“ nenne. In diesen Bereichen bist du wirklich zu Hause – und von diesem Zuhause aus kannst du Dinge bewegen und andere Menschen inspirieren. Doch um dieses Leuchten in die Welt zu tragen, musst du mutig nach außen gehen, du musst sichtbar werden und zu dir und deinen Leidenschaften stehen.

Das ist nicht immer einfach, nein. Es gibt Kritiker, es gibt Rückschläge, es gibt Zweifel, die dich immer wieder einholen. Das ist normal. Aber all das sollte dich niemals davon abhalten, das Leben zu verwirklichen, das du dir von Herzen wünschst.

Doch kehren wir nochmals zurück zum Warten … Es gibt auch gute Seiten daran. Manche Dinge muss man einfach aussitzen. Manchmal sind wir gezwungen, innezuhalten. Meine Großmutter sagte immer, das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Und manchmal muss man die Zeit für sich arbeiten lassen.

Meine langjährige Arbeit mit chinesischer Medizin hat mich gelehrt, dass das Leben sich in Zyklen bewegt – und dass Zyklen immer erst zum Abschluss kommen müssen, bevor etwas Neues gut gedeihen kann. Es gibt keine Abkürzung. Du kannst im Spätsommer dem Jahr nicht sagen, es solle bitte Herbst und Winter überspringen, weil du gerne direkt im Frühling weitermachen möchtest. Manchmal braucht es die Ruhezeit, den Rückzug, das Warten – und das Reifen lassen. Ideen, Gedanken, Situationen. Projekte. Dich selbst.

Du kannst manche Warte-und Reifezeit nicht umgehen. Aber du kannst auch solche Phasen positiv für dich nutzen. Hier meine Tipps für konstruktives Warten:

 

Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet „wahrnehmen, was ist“. Ohne Bewertung. Es gibt kein gut und kein schlecht. Es gibt nur Situationen, die gerade so sind, wie sie eben sind. Das anzunehmen, kann eine Menge Druck von dir nehmen. Die Welt geht nicht unter, wenn du nicht alles sofort erledigst. Sie dreht sich auch weiter, wenn du pausierst – aus welchen Gründen auch immer. Vielleicht genügt jeden Tag auch ein winziger Schritt in die richtige Richtung. Du musst in stagnierenden Situationen nicht in den Kampf gehen. Manchmal ist die liebevolle Akzeptanz der eigenen momentanen Grenzen der gesündere Weg. Wenn du den Eindruck hast, dass dich Emotionen hemmen, findest du hier Vorschläge für einen anderen Umgang mit blockierenden Gefühlen.

 

Planung

Mach dir einen Plan. Schreibe auf, was du erreichen möchtest. Privat, beruflich, gesundheitlich, finanziell – wo auch immer. Sobald deine Pläne aufgeschrieben sind klären sich auch die naheliegenden nächsten Schritte. Und meistens klärt sich auch, ob du sofort aktiv etwas tun kannst – und was das wäre – oder ob du noch ein wenig Geduld brauchst. Ich empfinde (neben konkreten To Do-Listen) die Arbeit mit meinem Manifestationsjournal als sehr hilfreich und motivierend. Planen ist das Gegenteil von Untätigkeit. Durch konkrete Planung der nächsten Schritte löst du die Frustration von Zwangspausen auf. Denn du bist nicht handlungsunfähig. Planung ist Handeln im Geist.

 

Selbstliebe

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber wenn ich zum Warten gezwungen bin (weil aus irgendwelchen Gründen gerade keine konkreten Schritte möglich sind), dann neige ich zu Ungeduld und großer Unzufriedenheit mit mir selbst. Wenn ich nicht aufpassen, beginne ich innerlich an mir herumzunörgeln. Weil ich denke, es müsste doch gehen. Es müsste doch möglich sein. Irgendwas! Egal wie! Dabei liegt eine große Chance in Zwangspausen: die aufmerksame Arbeit an sich selbst.

Ich habe mir angewöhnt, solche Zeiten zu bewusster Reflexion zu nutzen, und mir selbst besonders viel Wertschätzung und Liebe entgegenzubringen. Auch, wenn es mal nicht so schnell voran geht, wie ich es mir wünschen würde – ich bin wertvoll. Auch, wenn ich manchmal nicht sofort einen Weg finde, den ich gehen kann – ich bin kompetent. Und auch, wenn ich manchmal nicht erklären kann, warum manche Dinge so und nicht anders passieren – ich bin in Ordnung wie ich bin. Und meine Pläne sind es auch.

Ich rufe mir in solchen Zeiten in Erinnerung, was ich in meinem Leben schon alles auf die Beine gestellt habe. Und das ist eine Menge. Die Bewusstmachung der Ressourcen, die jeder von uns mitbringt, und auf die jeder von uns jederzeit wieder Zugriff hat, ist eine kostbare Taktik. Sie bringt uns aus der Frustration heraus und wieder zurück zum Blick auf das große Ganze. Von hier aus kann man das Warten als Ruhephase zum Kraft schöpfen sehen. Und so wird das Warten selbst zu einer sinnvollen Tätigkeit.

 

In der chinesischen Medizin gehört der Winter zum tiefsten Yin. Es ist die Zeit, in der Rückzug notwendig ist, damit im Frühling alles mit neuer Kraft wachsen kann. Auch im Business gibt es Zeiten, in denen alles zur Ruhe kommt – um dann mit neuer Energie durchzustarten. Ich sehe diese Abläufe inzwischen als ganz natürliche Zyklen von Ruhen und Wachsen an.

Es ist März, und wir stehen damit gerade an der Schwelle vom Winter zum Frühling – das passive Yin wandelt sich langsam wieder ins aktive Yang. Eine perfekte Zeit, um sich noch einmal zurückzuziehen und die bisher geschmiedeten Pläne zu überprüfen. Und dann: durchatmen und raus in die Welt. Sich selbst die Erlaubnis geben, das ersehnte Leben zu kreieren. Ins Tun kommen. Das innere Licht leuchten lassen. Bis zur nächsten Ruhezeit.

 

 

Wie gehst du mit Situationen um, in denen du warten musst? Lass mir gerne einen Kommentar dazu da!

 

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Sandra

Sandra

Sandra ist der kreative Kopf hinter Flowpreneur und schreibt über Business, Money-Mindset, Leben und Reisen.
Sandra
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