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Da hast du nun also diesen Job am Start. Das tolle neue Projekt. Die interessante und herausfordernde Aufgabe, auf die du schon so lange gewartet hast. Es geht richtig gut los, du fühlst dich prima und bist völlig in deinem Element. Und dann plötzlich – rien ne va plus.

Nichts geht mehr. Du hängst. Und du hast keine Ahnung, warum das so ist und was genau da eigentlich blockiert. Ein unangenehmer Zustand!

Im NLP bezeichnet der Begriff Stuck State einen Zustand, in dem man keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu seinen Ressourcen hat. Du bist von deinen eigentlich vorhandenen Kompetenzen wie abgeschnitten, und Lösungen finden erscheint merkwürdigerweise fast unmöglich – egal, wie sehr du dich auch bemühst.

Stuck States sind extrem belastend, denn sie führen zu Unzulänglichkeitsgefühlen und der Illusion der Machtlosigkeit – und das löst Stress aus. In der Folge kannst du dann noch weniger gut denken, noch weniger Struktur ins Chaos bringen und noch schlechter Lösungen finden.

Stuck States können sich auf eher kleine Probleme beziehen (Beispiel: Du möchtest eine neue Wohnung, findest aber einfach keine passende) oder aber stark lebensverändernde Bereiche umfassen (Beispiel: Trennst du dich jetzt von einem Partner, mit dem du nicht mehr glücklich bist, oder bleibst du?).

Je dringender du Lösungen finden möchtest, desto verkrampfter wird die ganze Kiste. Es ist wie verhext, und meistens dreht sich irgendwann alles nur noch im Kreis. Was kannst du also tun, um den Kopf wieder frei zu bekommen?

 

5 Vorschläge für den Ausweg aus Blockaden

 

Geh an die frische Luft

Spaziergänge können Wunder bewirken. Wenn ich in meinen vier Wänden nicht mehr weiterkomme, besuche ich den Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee. Ein riesiges Areal voller Bäume und interessanter alter Grabmale – und meistens begegnet man nicht mehr als ein oder zwei anderen Menschen. Jedes Mal, wenn ich dort bin, lösen sich Verknotungen in meinen Gedanken wie von selbst. Ich spaziere den Blockaden sozusagen davon, und wenn ich wieder nach Hause fahre, bringe ich in 99% der Fälle Lösungen (oder zumindest neue Handlungsansätze) für Probleme mit.

Du brauchst dafür natürlich nicht den Jüdischen Friedhof in Weißensee – auch, wenn ich ihn als Ort der Ruhe und Sammlung sehr empfehlen kann! Jeder andere Ort mit frischer Luft und ein wenig Grün um die Nase hilft  ebenso gut weiter. Probiere es aus.

Falls du ortsunabhängig arbeitest, ist übrigens auch eine kleine Reise eine richtig gute Idee. Warum das so ist, erfährst du in meinem Artikel A pocket full of shells – Warum Reisen für Kreative so wichtig ist.

 

Geh duschen

Es ist interessant. Ich arbeite meistens sehr früh morgens, gerne auch schon mal ab 4 oder 5 Uhr, weil ich dann am besten „funktioniere“. Manchmal stoße ich während der Arbeit an einem Buch (oder an etwas anderem für mein Business) auf eine Herausforderung, die mich beschäftigt. Und dann grüble ich – noch im Schlafanzug – an meinem Schreibtisch herum. Wenn ich keine Lust mehr auf Grübeln habe, gehe ich duschen. Und kaum stehe ich voll eingeseift unter der Brause, fällt die Erleuchtung quasi aus dem Duschkopf. (Das funktioniert übrigens auch ohne „Stuck State“. Die besten Ideen gerade für kreative Projekte kommen mir grundsätzlich, wenn ich unter der Dusche stehe.)

Der Grund dafür ist, dass das Gehirn in solchen Momenten mit etwas ganz anderem befasst ist. Duschen nämlich. Im Hintergrund läuft aber die Problemlösungssuche unbewusst weiter. Und führt oft schneller zum Ziel, als stundenlanges Haareraufen vor dem Laptop.

Die Herausforderung besteht dann lediglich darin, schnell genug wieder aus der Dusche zu kommen und die neuen Ideen aufzuschreiben. (Notfalls geht das aber auch mit einem Lippenstift auf dem Badezimmerspiegel. Für dich getestet …)

 

Mach den Abwasch

Der Prozess des Abwaschens ist dem Duschen in gewisser Weise sehr ähnlich. Die besten Ideen kommen mir grundsätzlich erst, sobald ich beide Hände im Schaum des Abwaschwassers versenkt habe. Blöd, wenn es sich dann um so gute Ideen handelt, dass man sie gleich notieren möchte… Aber meistens reicht meine Aufmerksamkeitsspanne noch, um die Zeit zwischen „Hände abtrocknen“ und „Gedanken ins Notizbuch kritzeln“ zu überbrücken. Auch an Tagen mit eher schlechtem Fokus.

 

Frag die Schwarmintelligenz

Wenn es sich nicht gerade für den Geheimdienst tätig bist oder andere hochbrisante Probleme mit dir herumträgst, lohnt oft auch eine Frage an die „Schwarmintelligenz“.

Kontaktiere Menschen, mit denen du (zum Beispiel über Foren, Facebook, Twitter oder andere Soziale Netzwerke) verbunden bist, und wirf das Problem wie einen Ball hoch in den Raum. Oft ist es spannend, wer ihn dir dann in ungeahntem Winkel zurückspielt.

Und wo wir gerade dabei sind … Folgst du mir eigentlich schon auf Facebook?

 

Widme dich einem völlig anderen Projekt

Manchmal muss etwas in uns reifen. Und Lösungen finden sich nicht zwangsläufig schneller, wenn wir uns nur zwanghafter mit der Suche nach ihnen befassen. Wenn gar nichts mehr geht, und du den Eindruck hast, keine Handlungsmöglichkeit mehr zu haben – lass los.

Ja, auch wenn es schwer fällt. Auch, wenn es dir anders lieber wäre. Auch, wenn es gerade schmerzt. Loslassen. Kümmere dich um einen Bereich, in dem du aktuell Zugriff auf deine Kompetenzen und Ressourcen hast. Das erfolgreiche Erledigen anderer Aufgaben führt oft zum Gefühl der Bestätigung und zu neuer Selbstsicherheit. Und diese zieht dann oft auch Lösungen für bisher blockierte Felder nach sich.

 

Alternativ kannst du auch etwas tun, das – beruflich gesehen – völlig „sinnfrei“ ist. Freizeit verbringen. Freunde treffen. Sport treiben. Am Fenster sitzen und der Luft beim Durchsichtig-Sein zugucken. Egal. Gönn deinem Gehirn, das so angestrengt auf der Suche nach Lösungen ist, eine Auszeit. Und lass dich vom Ergebnis überraschen!

Wenn dir belastende Emotionen die Lösungsfindung erschweren, schau dir gerne auch diesen Artikel an: 90 Sekunden für Gefühle – Wie du Frieden mit blockierenden Emotionen schließt. Und wenn du zu den Menschen gehörst, die immer wieder von den eigenen Perfektionsansprüchen ausgebremst werden, hilft dir vielleicht Done is better than perfect weiter.

 

Was tust du, wenn du bei einem Problem „feststeckst“ und Lösungen finden möchtest? Hast du Tipps und Tricks für solche Fälle? Teile sie in den Kommentaren mit mir!

 

 

Sandra

Sandra

Sandra ist der kreative Kopf hinter Flowpreneur und schreibt über Business, Money-Mindset, Leben und Reisen.
Sandra
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