Seit ungefähr 20 Jahren leide ich an einer Autoimmunerkrankung namens Hashimoto Thyreoiditis. Obwohl … Nein, leiden ist nicht das richtige Wort.

 

Ich lebe mit ihr, wir haben uns arrangiert – aber ich weigere mich hartnäckig, zu leiden. Weil Leid nichts ist, womit ich bei mir selbst viel anfangen kann. Ich möchte nicht, dass eine Krankheit mir meine Art zu leben diktiert.

Dennoch gibt es Fakten, die sich nicht wegzaubern lassen. Hashimoto ist ein Autoimmunprozess – das bedeutet, mein Immunsystem geht gegen körpereigene Strukturen vor, in diesem Fall gegen das Schilddrüsengewebe. Der gesamte Körper ist durch die dauerhafte Entzündungsreaktion in Aufruhr – und das mal mehr, mal weniger stark zu spüren.

Grundsätzlich gilt, dass ich mehr Zeit für mich brauche, und viel Ruhe. Ich erhole mich langsamer von körperlichen und seelischen Anstrengungen als andere Menschen. Es gibt Phasen, in denen mir die Konzentration schwer fällt und es gibt Zeiten, in denen ich mich durch Muskel-und Gelenkschmerzen fühle, als wäre ich 90 und hätte schweres Rheuma.

Ich muss auf meine Ernährung achten, damit ich nicht wie ein Hefekuchen aufgehe, und vor allem muss ich den Stress in meinem Leben in Schach halten, da sonst auch die körperliche Symptomatik deutlich zunimmt. Es gibt Zeiten, da schwankt mein Befinden stark, aber ganz ehrlich: meistens funktioniere ich wie jeder andere Mensch auch! Die Erkrankung und ich haben uns gut eingespielt. Wir kennen uns, meine Hashimoto Thyreoiditis und ich.

 

„Du bist wahnsinnig, einer Selbständigkeit nachzugehen! Warum tust du dir das an? Es wäre doch viel entspannter mit einem festen Job!“

 

Diese Sätze habe ich schon oft gehört. Aber stimmt das? Wäre es entspannter in einem Unternehmen, in dem ich Teil eines Teams wäre? Ich bin mir da nicht so sicher…

Interessant, dass zu diesem Thema (Angestellt oder selbständig – was ist besser?) gerade eine Blogparade läuft. Josef Altmann von karriere-und-bildung.de möchte von Bloggern gerne wissen, welche Alternative sie für besser halten. In meinem Fall ist die Sache sehr klar:

Ich arbeite am allerbesten, wenn ich meine Ruhe habe. Und die finde ich nicht in Großraumbüros. Die finde ich auch nicht in Meetings, die zu nichts führen, und nicht in gemeinsamen Zwangsmittagspausen mit Kollegen. Mein Biorythmus weckt mich oft schon gegen 5 Uhr morgens. Und dann beginnt für mich auch die effizienteste Zeit des Tages. Ich koche mir einen Kaffee, schreibe ungefähr zehn Minuten lang in meinem Manifestationsjournal und mache mich dann direkt an die Arbeit.

Meistens habe ich innerhalb drei oder vier konzentrierter Stunden mein Tagespensum erledigt. Dann ist es im Schnitt 10 Uhr morgens – in der Kreativbranche wird zu dieser Zeit erst allmählich in den Büros eingetrudelt …

Ich arbeite gut, wenn ich mir meine Zeit und die zu erledigenden Aufgaben selbst einteilen kann. Ich arbeite gut, wenn mir niemand über die Schulter schaut – außer, ich möchte das so. Ich arbeite gut, wenn ich mich ganz auf meine Arbeit konzentrieren kann, ohne ständig wieder rausgerissen zu werden. Ich bin gut, wenn ich „im Flow“ sein kann. Und all das kann ich auch mit einem Autoimmunprozess. Wahrscheinlich bin ich sogar deutlich effektiver als viele Menschen, die ihre Nine-to-Five-Jobs absitzen. Aber ich brauche dafür die richtigen Rahmenbedingungen, und die habe ich mir als Selbständige geschaffen.

Als Selbständige kann ich flexibel reagieren. Nicht nur auf Jobangebote, sondern auch auf die Schwankungen meiner Autoimmunerkrankung. Ich kann relativ kurzfristig pausieren, wenn es mal nicht gut läuft, und ich kann doppelt Gas geben, wenn ich mich prima fühle. Ich muss mir keine Sorgen machen, dass Kollegen Aufgaben für mich übernehmen müssen, wenn ich krankheitsbedingt mal ausfalle.

Okay, wenn ich krankheitsbedingt ausfalle, geht das als Selbständige völlig auf meine Kappe. Es gibt kein Sicherheitsnetz in Form von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Wenn ich nicht arbeite, verdiene ich kein Geld – ein Grund mehr, weshalb ich Passives Einkommen für absolut unverzichtbar halte. Die Einnahmen aus meinen Büchern und aus dem Affiliate Marketing fließen weiter, selbst wenn Hashimoto mich mal völlig außer Gefecht setzt. Für mich ist Passives Einkommen nicht nur ein Luxus, um weniger arbeiten zu müssen. Es ist eine Überlebensstrategie.

Ich bin die ideale Unternehmerin, denn ich habe niemals Probleme damit gehabt, mich zur Arbeit zu motivieren, oder an Projekten dran zu bleiben. Im Gegenteil. Meistens muss ich mich bremsen, um nicht dauerhaft zu viel zu arbeiten, weil ich alles, was ich tue, so spannend und erfüllend finde. Aber auch da bremst mich meine Hashimoto Thyreoiditis im Extremfall eben einfach aus. Wenn ich nicht gut genug auf mich aufpasse, liefert mir mein Körper die Quittung. Ich habe deshalb mit den Jahren gelernt (und das manchmal auch auf die harte Tour), dass ich mit meinen Kräften und Ressourcen haushalten muss. Und das kann ich ebenfalls am besten, wenn ich nur mir selbst, meinen Kunden und meinen Projekten verpflichtet bin.

 

Was ich mache, um trotz Hashimoto leistungsfähig und glücklich zu sein

 

  • Ausreichend schlafen. Ich bin sonst zu nichts zu gebrauchen.
  • Vernünftige Ernährung (in meinem Fall nach dem Paleo-Prinzip, weil ich damit am besten zurechtkomme).
  • Bewegung (Von Spazierengehen über Yoga, Segeln und Tangotanzen bis hin zu Krafttraining in der Muckibude ist da alles dabei. Je nach Lust, Laune, Angebot und Wetterlage).
  • Genügend Erholung sowie Zeit für mich selbst (und die Menschen und Dinge, die mir wichtig sind).
  • Offline-Zeiten! Ganz wichtig! Raus aus der Dauerberieselung, und den Kopf frei bekommen.
  • Persönlichkeitsentwicklung und Arbeit am Mindset. Was brauche ich, um mich wirklich gut zu fühlen? Welche Blockaden sind noch da? Was kann ich ganz konkret direkt jetzt ändern, damit es mir besser geht?
  • Ziele verfolgen. Ich bin immer besser drauf, wenn ich auf etwas hinarbeite, das mich berührt.
  • Flexible Zeiteinteilung. So kann ich den Schwankungen einer Hashimoto-Erkrankung sehr gut begegnen.

 

Natürlich muss jeder selbst Wege für sich finden, um mit einer chronischen Erkrankung zu leben – und sich von dieser nicht tyrannisieren zu lassen.

 

Mit Hashimoto lebenFalls du ebenfalls mit einer Hashimoto Thyreoiditis zu tun hast, möchte ich dir gerne meine Bücher ans Herz legen. Unter dem Namen Rea Bachmann veröffentliche ich medizinische Ratgeber.

In Hashimoto – Und was jetzt? geht es um die medizinischen Grundlagen von Hashimoto. Dort findest du alle Informationen, die du brauchst, um nach einer neuen Hashimotodiagnose mit der Krankheit leben zu lernen. Hintergrundwissen, wichtige Laborwerte, Erklärungen zu Medikation und Ernährung sowie Tipps für eine entspannte Lebensweise mit Hashimoto.

 

 

Hashimoto und PsycheIn Hashimoto als Chance widme ich mich den psychosomatischen Hintergründen der Hashimoto Thyreoiditis. Warum Autoimmunprozesse entstehen, und wie genau das passiert, ist bis heute nicht vollständig geklärt. Aber viele Patienten, die unter einer Autoimmunerkrankung leiden, bringen die selben „Themen“ mit. Im Fall einer Hashimoto Thyreoiditis sind das vor allem Probleme mit dem Setzen von Grenzen, blockierte Kommunikation und Angst vor freiem Selbstausdruck. Aber auch viele andere Aspekte spielen in diesem Autoimmunprozess eine Rolle.

In meinem Arbeitsbuch kannst du auf Spurensuche gehen, die ganz persönlichenTrigger deiner Hashimoto Thyreoiditis kennenlernen und Strategien entwickeln, um in Zukunft besser mit der Erkrankung umzugehen.

 

PS: Es handelt sich bei den Links zu den Büchern übrigens um Affiliate Links zum Amazon-Partnerprogramm. Passives Einkommen und so. Gute Sache für alle Lebenslagen. Aber das weißt du ja inzwischen 🙂



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