Gerade zu Beginn einer selbständigen Tätigkeit lauern viele Fallen. Wer als Freelancer startet weiß oft nicht genau, worauf er sich einlässt.

 

Für mich kam eine Arbeit als Angestellte nie in Frage, ich bin von meiner Persönlichkeitsstruktur her einfach Unternehmerin. Ich arbeite am besten für mich selbst und für die Dinge, die mir am Herzen liegen. Deshalb bin ich auch direkt nach dem Studium in die Selbständigkeit gestartet.

Ja! Na klar hatte ich Ängste, natürlich hatte ich Zweifel – und es gab Phasen, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte. Langfristig ist aber diese freie Arbeitsweise das, was mir am meisten entspricht. In der Arbeit an eigenen Projekten kann ich Energien mobilisieren, aufblühen und alles geben – weil ich weiß, dass ich damit die Probleme anderer Menschen löse und meine Fähigkeiten voll und ganz einbringe. Das ist mein Ding. Und genau deshalb kam Aufgeben auch nie in Frage.

 

DEN idealen Weg für Freiberufler gibt es nicht.

 

Es kommt auf die Branche an, in der du tätig bist, und natürlich auf dein Können und deine Talente. Zudem spielt dein Mindset (also dein Denken über dich selbst, deine Fähigkeiten und deine Ziele) eine entscheidende Rolle für deinen Erfolg. Es gibt aber einige Punkte, die Freelancer gerade zu Beginn ihrer Tätigkeit immer wieder falsch machen. Und genau diese Punkte solltest du bitte vermeiden. Glaub mir, auf das alles kannst du getrost verzichten.

 

Was du als Freelancer unterlassen solltest

 

Verzweifelt alle Aufträge annehmen, die reinkommen

Es ist so verlockend. Gerade, wenn man am Anfang seiner Tätigkeit als Freiberufler steht. Da kommen diese Gedanken, dass es ja gut ist, dass überhaupt Aufträge reinkommen! Und dass es ja erst einmal egal ist, was man macht, Hauptsache es bringt Geld!

Falsch. Vollkommen falsch.

Konzentriere dich bitte von Anfang an auf das, was du wirklich machen willst. Alles andere führt nur zu lästigen Umwegen. Du verpulverst wertvolle Zeit und Energie, die du für Herzprojekte viel sinnvoller einbringen könntest. Und, nicht zu unterschätzen: Es ist mühsam, einen einmal eingetrampelten Pfad wieder zu verlassen. Wenn du erst einmal in einer Nische gelandet bist, die dir zwar Geld bringt, in der du dich aber nicht wohl fühlst, wirst du Kraft aufbringen müssen, um dich zu einem neuen Pfad (der dir vielleicht viel mehr entspricht) durchzuschlagen. Bitte tue dir den Gefallen und sei von Anfang an klar in deinen Prioritäten. Finde, was dich im Flow sein lässt, und nutze diese Energie. Halte den Fokus.

 

Dich runterhandeln lassen

Leistung hat ihren Preis.

Kennst du das magische Dreieck?

Eine Arbeit kann gut sein, sie kann schnell sein, und sie kann billig sein. Es werden aber niemals alle drei Punkte dieses Dreiecks zusammenkommen. Maximal zwei sind jeweils zu schaffen:

Gut und schnell – dann ist es nicht bilig.

Schnell und billig – dann ist es nicht gut.

Gut und billig – dann ist es nicht schnell. (Hm. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass es gut und billig als Kombi überhaupt gibt… aber das ist nur mein subjektives Empfinden.)

Immer wieder werden Kunden versuchen, deine Preise runterzuhandeln. Egal, wie günstig du bist. Das sind aber nicht die Kunden, mit denen du arbeiten möchtest! Du möchtest Kunden, die deinen Wert zu schätzen wissen – und gute Arbeit hat eben ihren Preis.

Lass dich nicht herunterhandeln, nur weil es inzwischen Freelancer gibt, die ihre Arbeitsleistung fast für lau hergeben. Das hast du nicht nötig! Wer deine Preise nicht zahlen möchte, hat auch deine gute Leistung nicht verdient.

Stelle deinen Wert fest und bleibe dabei. Nenne einen Preis für deine Leistung – und dann halt die Klappe. Ja! HALT DIE KLAPPE! Kein Rumgedruckse, kein Nachgeben, kein sich selbst schlecht machen, keine Preisnachlässe. Never. Lass dich nicht herunterhandeln.

Wenn du merkst, dass du an diesem Punkt immer wieder scheiterst – wundervoll! Du hast eine deiner großen Blockaden gefunden! An Blockaden kann man sehr gezielt arbeiten. Doch dafür müssen sie einem bewusst sein. Solltest du also feststellen, dass du immer wieder über alte Muster stolperst, dann ist das – so seltsam es sich auch erst anhört – eigentlich ein Grund zur Freude. Du kannst nun diese alten Muster und Glaubenssätze unter die Lupe nehmen und damit beginnen, sie aufzulösen und durch neue, viel hilfreichere Denkweisen zu ersetzen. Mehr zum Thema Geldblockaden findest du auch in diesem Blogbeitrag.

 

 

Dich mit anderen vergleichen

Vergleiche dienen niemandem. Sie bringen lediglich dein Selbstbewusstsein ins Wanken und destabilisieren dich auf ganzer Linie. Es wird immer jedemanden geben, der besser ist, schöner, effektiver, souveräner. Jemanden, der mehr Follower hat oder eine schönere Webseite. Jemanden, der länger im Business ist als du, und jemanden, der die Sache schneller rockt. Deshalb sind Vergleiche unnütz. Sie bringen sich nicht weiter, denn sie haben nichts mit DIR zu tun. Und nichts mit dem, das du kannst.

Sei du. Stelle fest, was du kannst. Bring das in den Markt ein. Schau nicht nach links und nach rechts. Sei authentisch, sei bei dir, sei überzeugt von dem was du tust und vor allem: Liebe, was du tust. Lass die anderen ihr Ding machen. Du machst bitte deins. End of story.

 

Auf zu vielen Hochzeiten tanzen

Niemand kann alles gut. Es ergibt daher keinen Sinn, dein Business auf einem Gemischtwarenladen von Leistungen aufzubauen. Wenn du gut in Copywriting bist, dann mach das. Bist du jemand, der Webseiten bauen oder Launches vorbereiten kann, dann leg den Schwerpunkt darauf. Versuche nicht, die eierwerfende Wollmilchsau für deine Kunden zu werden und dich als Experte für alles darzustellen. Niemand ist das.

Die Zauberformulierung lautet: Spitz statt breit. Suche dir eine Nische – und innerhalb dieser Nische gehst du mit einem klaren Profil an die Arbeit. Breit gefächerte Generalisten sucht niemand, denn sie vermitteln stets den Eindruck, von allem ein bisschen, aber nichts richtig zu können. Mach nicht den Fehler, auf zu vielen Hochzeiten tanzen zu sollen. Such dir eine Feier aus. Aber auf der tanzt du dann deine Schuhe durch. Jeden Tag.

Falls es dir schwer fällt, Proritäten zu setzen, kann dir mein kostenloses Priority-Worksheet weiterhelfen. Mit diesem simplen Tool sortierst du deine Aufgaben für den Tag und kannst dich auf das konzentrieren, was dein Business wirklich voranbringt.

 

Nur noch arbeiten

Wer als Selbständiger in seinem eigenen Business unterwegs ist, arbeitet selbst und ständig. Ein alter Witz, der leider sehr viel Wahrheit in sich trägt. Ich kann dir allerdings nur davon abraten, deine Arbeit in den absoluten Fokus zu stellen. Ja, sie ist wichtig. Sie ist sogar sehr wichtig. Aber du brauchst einen Ausgleich.

Du bist ein Mensch, keine Maschine. Du brauchst Austausch mit Freunden, Liebe, Hobbies, Zeit für dich, Ventile um Frust und Druck loszuwerden, Möglichkeiten zum Lernen – und manchmal schlicht und einfach einen Tag, an dem du gar nichts tust.

Den meisten Freiberuflern fällt es schwer, die Balance zwischen Arbeit und dem restlichen Leben zu halten. Versuche daher von Anfang an, feste Termine einzuplanen – auch für dein Privatleben. Diese Termine sind dann genau so wichtig wie alles Berufliche, und dürfen nur in absoluten Ausnahmefällen verschoben oder abgesagt werden. Es ist wichtig, dass du dir deine Erholungsinseln erhältst. Vor allem, wenn du dir in deinem Business die Schuhe durchtanzt. Gönn dir die Zeit für dich. Komm zur Ruhe. Hab Spaß auch abseits des Arbeitsflow. Du möchtest deine Selbständigkeit schließlich noch viele viele Jahre weiterführen.

Übrigens: Done is better than perfect. Du musst nicht perfekt sein, um eine erfolgreiche Tätigkeit als Freelancer aufzubauen. Oder um unternehmerisch tätig zu werden. Gut genügt vollkommen. Und ich bin sicher, das bist du.

 

 

 

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