Letztens bummelte ich abends gemütlich durch meinen Berliner Kiez. Und an einem Haus entdeckte ich ein neues Graffiti.

Nichts ist hässlicher als Geld!

Jemand hatte sich sehr viel Mühe mit dem Schriftzug gegeben. Es war offenbar eine Herzensangelegenheit, keine schnelle Schmiererei. Und ich geriet ins Nachdenken, während ich weiterging.

Nichts ist hässlicher als Geld – was für ein Glaubenssatz! Er gehört jetzt definitiv zu meinen persönlichen Top Ten der Negativannahmen, die man über Geld haben kann. Und ich kann nicht anders, als für die Person, die das Graffitti gesprüht hat, Mitleid empfinden.

Ich glaube, dass dieser Mensch selbst nie gute Erfahrungen mit Geld machen durfte. Und dass sich deshalb eine einseitig verschobene Wahrnehmung entwickelt hat. Was sehr schade ist, denn Geld hält mehr als Oberflächlichkeit bereit – für jeden, der wahrnehmen möchte.

Mir fallen wirklich jede Menge hässliche Dinge auf dieser Welt ein, aber Geld gehört für mich definitiv nicht dazu. Im Gegenteil.

Geld ist wunderbar. Es ermöglicht die Verwirklichung von Träumen. Es sorgt für funktionierende Infrastruktur, es bekämpft den Hunger, es bietet Schutz und Sicherheit. Es lässt Gesellschaften aufblühen und Menschen ihren Visionen folgen. Es bietet Chancen. Es lässt sich teilen.

Und ja.

Geld kann Neid hervorrufen. Gier. Den Wunsch nach immer mehr Macht. Es kann Kriege finanzieren und Menschen unter Kontrolle halten. Es kann Hierarchien aufrecht erhalten, es kann Gesellschaften zerstören. Es kommt schlicht und einfach darauf an, wer es in die Hände bekommt …

Geld hat diese zwei Seiten. Doch jeder von uns kann entscheiden, welche Seite er sehen, fühlen und unterstützen möchte.

Ich entscheide mich immer für die positiven Aspekte, die Geld mit sich bringt. Für das, was mit seiner Hilfe in dieser Welt erreicht werden kann. Für die wertvollen Veränderungen, die durch Geld angestoßen und umgesetzt werden können. Für mich ist Geld deshalb alles andere als hässlich. Ich habe die Seite gewählt, auf der ich stehen möchte.

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